Interview mit den Initiatorinnen Prof. Dr. Isabel Dziobek & Yasmine Orth - Brücken bauen zwischen Wissenschaft und Praxis

Das Besondere ist vielleicht auch das, was wir beide irgendwie auch gut können: eine Brücke zu schlagen. Ich glaube, wir sind beide sehr offene und neugierige Menschen und ich fand es total spannend, die Brücke in die Wissenschaft zu schlagen und du fandst es total spannend, die Brücke in die Praxis zu schlagen und Menschen zu öffnen für die jeweilige andere Seite, Synergien zu schaffen und wirklich Wertschätzung für beide Bereiche zu finden!
— Yasmine Orth

Interview: Die Vision hinter den Berlin Breathwork Days

Im Gespräch teilen Yasmine Orth, Initiatorin der Berlin Breathwork Days, Conscious Entrepreneurin und Breathwork Facilitator, und Prof. Dr. Isabel Dziobek, Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin und Forscherin im Bereich Breathwork, ihre gemeinsame Vision für das Festival.

Im Mittelpunkt steht eine Idee, die die Berlin Breathwork Days besonders macht: eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu bauen.

Während Breathwork in den letzten Jahren weltweit immer populärer geworden ist, stehen wissenschaftliche Forschung und praktische Erfahrung oft noch nebeneinander. Die Berlin Breathwork Days möchten genau hier ansetzen – und einen Raum schaffen, in dem Forscher:innen, Facilitator:innen, Therapeut:innen und Interessierte miteinander ins Gespräch kommen.

Die Zusammenarbeit zwischen Yasmine Orth und Isabel Dziobek verbindet dabei zwei Perspektiven: Die praktische Erfahrung aus der Breathwork-Community und die wissenschaftliche Forschung zu Atemtechniken und ihren Wirkungen auf Körper und Gehirn.

Wissenschaft trifft Praxis

Ein zentraler Bestandteil der Berlin Breathwork Days ist der Professional Day am Freitag, an dem sich Wissenschaft und Praxis gezielt begegnen.

Internationale Forscher:innen präsentieren aktuelle Studien zu Breathwork, während erfahrene Praktiker:innen Einblicke in ihre Arbeit geben. Besonders spannend sind die Panel-Diskussionen, in denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und auch kritisch diskutiert werden dürfen.

Dabei geht es nicht darum zu entscheiden, welcher Ansatz „richtig“ ist, sondern darum, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.

Erfahrung, Integration und Community

Die folgenden Tage öffnen den Raum stärker für Erfahrung, Austausch und Community.

Teilnehmende können unterschiedliche Breathwork-Sessions erleben, neue Ansätze kennenlernen und in Integrationsformaten – etwa mit Sound, Reflexion oder Journaling – ihre Erfahrungen vertiefen.

Darüber hinaus spielen auch Themen wie Leadership, persönliche Entwicklung und werteorientiertes Handeln eine Rolle: Wie können die Erkenntnisse aus Breathwork unser Leben, unsere Arbeit und unsere Gesellschaft positiv beeinflussen?

Orientierung in einem wachsenden Feld

Ein weiteres Ziel der Berlin Breathwork Days ist es, mehr Orientierung in die vielfältige Welt der Atemarbeit zu bringen.

Breathwork umfasst heute viele unterschiedliche Methoden – von beruhigenden Atemtechniken bis hin zu intensiv aktivierenden oder bewusstseinserweiternden Praktiken. Gleichzeitig existieren traditionelle Atempraktiken wie Pranayama, die seit Jahrhunderten Teil östlicher Traditionen sind.

Mit Initiativen wie dem Berlin Breathwork Council, einer Zusammenarbeit zwischen Praxis und Forschung (u.a. Humboldt-Universität und Universität Potsdam), möchten die Berlin Breathwork Days dazu beitragen, mehr Struktur, Austausch und Verständnis in diesem wachsenden Feld zu schaffen.

Ein lebendiges Thema

Für beide Gesprächspartnerinnen ist Breathwork vor allem eines: ein lebendiges Thema, das Menschen verbindet.

Der Atem begleitet uns in jedem Moment unseres Lebens. Wenn Menschen zusammenkommen, um sich mit diesem grundlegenden Element zu beschäftigen, entsteht oft eine besondere Atmosphäre aus Offenheit, Neugier, Dankbarkeit und Gemeinschaft.

Genau diese Energie prägt auch die Berlin Breathwork Days.


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Erste Initiative des Berlin Breathwork Council: Online-Survey und Aufruf zu Breathwork-Erfahrungen