Breathwork & Wirkweisen

Resilienz. Mentale und körperliche Gesundheit. Persönliches Wachstum. Erfahrungen von Verbundenheit.

Der Atem ist die Brücke, die das Leben mit dem Bewusstsein verbindet, die Brücke, die deinen Körper mit deinen Gedanken verbindet. Wann immer dein Geist zerstreut ist, benutze deinen Atem, um die Verbindung wieder herzustellen.

– Thich Nhat Hanh

Breathwork – der Atem als Weg

Resilienz, mentale und körperliche Gesundheit, persönliches Wachstum und Erfahrungen von Verbundenheit – die positiven Wirkungen von Atemarbeit sind seit Langem bekannt. In einer Zeit, in der viele Menschen nach Regulation und einem direkten Zugang zum eigenen Körper suchen, rückt der Atem erneut ins Zentrum.

Was über Jahrtausende in östlichen Traditionen wie Pranayama gepflegt wurde, formiert sich im Westen seit dem 20. Jahrhundert unter dem Begriff Breathwork zu einem eigenständigen Feld mit unterschiedlichen Disziplinen und erlebt die letzten Jahre eine psychedelische Renaissance. Immer mehr Studien deuten auf die heilende Kraft von Substanzen wie Psilocybin, LSD und Co zur Behandlung bestimmter psychischer Konflikte hin. Andere zeigen, dass Breathwork-Interventionen ähnlich veränderte Bewussteinszustände hervorbringen kann.

Das bedeutet: Atem-Methoden wie Conscious Connected Breath, Verbundener Atem, Lichtatmung, Psychedelic Breath und Holotropes Atmen sind eine substanzfreie und legale Alternativen zu klassischen Psychedelika, um beispielsweise Traumata oder Depression zu behandeln.

Atemtechniken sind somit ein vielversprechender Hoffnungsträger für die Psychotherapie, da sie durch den direkten körperlichen Zugang zu tieferen Themen eine wirkungsvolle Ergänzung zu gesprächsbasierten Verfahren sein können.

Breathwork bezeichnet strukturierte Atemmethoden, die gezielt eingesetzt werden, um physiologische, emotionale und bewusstseinsbezogene Prozesse zu beeinflussen. Manche stabilisieren, andere mobilisieren und wieder andere ermöglichen intensive, veränderte Bewusstseinszustände. Mit der wachsenden Aufmerksamkeit wächst auch die Notwendigkeit zur Einordnung.

Breathwork ist kein einheitliches Verfahren, sondern ein lebendiges Spektrum an Disziplinen, Methoden und Anwendungsfeldern. Damit sich dieses Feld verantwortungsvoll entwickeln kann, braucht es Orientierung.

Atem trifft Forschung

An der Humboldt-Universität zu Berlin widmen sich derzeit mehrere Forschungsprojekte dem spannenden Feld der Atemarbeit. Im Zentrum steht die Frage, welches transformative Potenzial Breathwork für die Behandlung psychischer Erkrankungen wie Depression und Trauma birgt – und wo mögliche Risiken liegen. Dabei richten die Wissenschaftler:innen ihren Blick nicht nur auf unterschiedliche Atemtechniken, sondern auch auf die entscheidenden Faktoren von Set und Setting.

In drei aktuellen Studien wird dieses komplexe Phänomen wissenschaftlich beleuchtet:– In der RESET-Studie werden klinische Interventionen mit traumatisierten Patient:innen durchgeführt.– Ein internationaler Survey sammelt Erfahrungsberichte von Breathwork-Praktizierenden aus aller Welt.– Und in der innovativen HEART-Studie konnten Psychotherapeut:innen ohne eigene Vorerfahrung eine geleitete Atemreise erleben – mit anschließender Reflexion, wie sich Breathwork künftig in der therapeutischen Praxis nutzen lässt (mehr dazu hier).

In unserem Berlin Breathwork Council beschäftigen wir uns in einem Zusammenschluss von Wissenschaftler:innen, Psychotherapeut:innen & Praktikern und definierten Arbeitsgruppen mit den Themen, die sich daraus ergeben und entwickeln dafür Antworten.

Unsere Wirkqualitäten im Überblick

Atemarbeit entfaltet unterschiedliche Wirkungen. Diese Differenzierung schafft Orientierung in einem Feld, das sich dynamisch entwickelt. Sie hilft, Wirkungen klarer zu benennen, Anwendungsbereiche einzuordnen und bewusster für sich selbst Verantwortung übernehmen zu können. Um diese Vielfalt präziser zu beschreiben, unterscheiden wir daher drei grundlegende Wirkqualitäten:

  • Praktiken, die das Nervensystem beruhigen, Kohärenz fördern und nachhaltige Regulation unterstützen. Sie stärken Stabilität, fördern Erholung und schaffen die Grundlage für Resilienz.

  • Methoden, die Energie mobilisieren, emotionale Prozesse in Bewegung bringen und innere Dynamik freisetzen. Sie können klärend wirken, blockierte Spannung lösen und neue Handlungsimpulse ermöglichen.

  • Formate, die veränderte Bewusstseinszustände ermöglichen und Zugang zu tieferliegenden psychischen, emotionalen oder spirituellen Ebenen eröffnen. In diesen Zuständen können Perspektivwechsel, Einsichten und transformierende Erfahrungen entstehen.

Dr. Martha Havenith

Für mich ist Breathwork vor allem ein Werkzeug der Verbindung. Verbindung mit sich selbst, Verbindung mit dem eigenen Körper, Verbindung mit den Menschen um uns rum, Verbindung mit den größeren Dingen im Leben und auch des Vertrauens in uns selbst, in die Teile von uns, die nicht bewusst denken und sprechen die ganze Zeit, in die Teile unseres Systems, die anders funktionieren, dass wir denen wirklich vertrauen dürfen.

Hans Rutrecht, Berlin Breathwork Days 2024

Als Kopfmensch finde ich, eine große Chance des Breathwork ist, wie kontrollierbar es ist. Ich muss es nicht wild machen, ich kann es auch ganz schmal und ganz fein machen. Und ich glaube auch in dieser Feinheit liegt für viele Menschen Herausforderung, die eigentlich eher immer die Klatsche wollen.

Vidya Ulbricht, Berlin Breathwork Days 2024

Eine Chance finde ich, dass man darüber wirklich darüber seine Natur entschlüsseln kann und wirklich zu sich finden kann. Und das Erfahrungsspektrum ist riesig beim Breathwork. Und ich glaube, eine große Gefahr ist, dass man immer so ein Kick sucht oder so eine Wow-Experience sucht. Und wenn man wirklich seinen eigenen Atem kennt, dann ist es sehr gesund, weil man mit sich selber in Kontakt ist.

Annette Söhnlein, Berlin Breathwork Days 2024

Mittlerweile können wir viele Sachen wissenschaftlich auch nachweisen, warum Atemübungen, die Kunst des Atmens so wirkt, wie es wirkt, aber ich komme eben rein aus der Erfahrung heraus und die zeigt auch, dass für mich der Körper total wichtig ist als Gefäß für den Atem.

Eva Kaczor, Berlin Breathwork Days 2024

Ich wünsche mir für Breathwork, dass es in Orte kommt, wo wir mit verschiedenen Atemtechniken vor allem das Nervensystem regulieren, aber auch Menschen helfen, in diese außergewöhnlichen Bewusstseinzustände sehr früh zu kommen, um zu verstehen, wer sie sind.

Prof. Dr. Michael Rapp, Berlin Breathwork Days 2024

Dass das Breathwork insgesamt so einen gemeinsamen Nenner hat, der uns auch ermöglicht wirklich viel an individuellen Prozessen, aber auch an so Strukturprozessen zu verändern, dass das aber auch sehr, sehr viel Achtsamkeit bedeutet oder braucht, das wirklich gut hinzukriegen und dass wir gerade in so einer schnellen Welt, wo irgendwie alles schnell passieren muss, auch immer in die Gefahr laufen, uns da mit verschiedenen Methoden oder vielleicht sogar Methoden-Streits irgendwie zu verrennen.

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Berlin Breathwork Days 2026
08. – 10. Mai, Berlin